ulf carow
AGD 01038

»An apple a day keeps the doctor away.«

Ein 30 Jahre lang gut gewachsener, starker Apfelbaum ist unsere AGD gewesen, der unterm Strich allen immer eine gute Ernte eingebracht hat. Gegen eine gewisse Gebühr, versteht sich.

Ihm sind starke Wurzeln abgeschlagen worden. Soll er nun verpflanzt werden? Es braucht verdammt gute Gärtner, die verstehen, was nötig ist ihn zu erhalten. Es braucht Einfühlungsvermögen, Verantwortung, Fachwissen und sehr viel Geduld und selbstlose Arbeit, damit dieser Apfelbaum weiterhin Früchte trägt, damit alle AGD Mitglieder sich der Ernte bedienen können. Denn das ist sein Zweck.

Sein Platz ist Braunschweig. Sein Vater und Hüter will ihn einem Morgen übergeben. Er - und alle, die über Jahre an diesem Lebenswerk mitgewirkt haben - können ihre Erfahrungen weitergeben an junge, neue, vorbehaltlose und engagierte Kreative, damit nicht passiert, was der Grund war ihn zu pflanzen: Es gab keine Apfelbäume in unserer Branche. Es gab nur »Für 'n Appel und 'n Ei«. Kennen wir das nicht?

Meinen Auftraggebern kann ich heute auf Augenhöhe begegnen. Viele meiner Vorbilder sind im Himmel, meinen Kindern und meinen Auszubildenden gegenüber habe ich eine Pflicht. Ihnen kann ich heute vermitteln, was ich in diesem Verband erfahren habe - als allererstes: die gelebten Werte einer starken, echten Gemeinsamkeit.

Ich durfte mit und in der AGD lernen, wie gut es tut, offen, ehrlich und selbstlos zu teilen. Zu geben. Zu nehmen. Zu reden. Zu feiern. Zu kämpfen. Zu streiten. Fehler zu machen. Und daraus zu lernen. Klein zu sein und groß zu sein. Designer zu sein. Mit und von den Alten und den Jungen und jenen dazwischen.

Zu pathetisch? Okay:

Ich will, dass das so bleibt, das mit dem Apfelbaum (wenn wir Menschen schon aus irgendwelchen Paradiesen vertrieben wurden). Und auf Schlangen und Kettensägen hab ich keinen Bock ...