eberhard heinicker
AGD 08537

Wie Ihr merkt, komme ich aus Sachsen.
Vor 1990 war ich Sektionsleiter der Gebrauchsgrafiker im Bezirk Karl- Marx-Stadt (heute Chemnitz) dadurch war ich automatisch Mitglied des Bezirksvorstandes Karl-Marx- Stadt des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands Aus diesem heraus wurde ich in den Zentralvorstand des VBKD gewählt und dadurch in die Zentrale Sektionsleitung der Gebrauchsgrafiker.

Nach der Wende »führte« ich meine Chemnitzer Kollegen im großen Ganzen in den BDG über, aus der Überzeugung heraus, dass dieser Fachverband der Beste sei, da er ja in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Leipzig gegründet wurde und Leipzig die Heimstatt der Deutschen Buchkunst und Grafik war.
Das Ganze war ein Irrtum!
Da ich Gruppenleiter für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt war, landete ich auch im Präsidium des BDG. Dies lernte ich kennen!
Solange ich dabei war, stritten sich die Präsidiumsmitglieder nur mit Rechtsanwälten, Abstimmungsverfahren, finanziellen Problemen und ähnlichem Kauderwelsch herum.
Diese Situation führte dazu, dass ich aus dem BDG austrat. Alle waren mir sehr böse.
Ich gründete mit Leipziger, Dresdener und Chemnitzer Kollegen den BmG (Bund mitteldeutscher Grafikdesigner) aus dem ich ebenfalls wieder ausgetreten bin (als Vorsitzender folgte mir keiner mehr). Dieser tümpelt so vor sich hin.

Da ich nun schon lange Rentner bin, hatte ich beim AGD angeklopft, ob ich da noch Mitglied werden könne. Dies wurde bejat. Ich habe mich sehr gefreut und fortan beobachte ich genüßlich die Szene.
Jetz beginnt aber seit Ulm ein ähnlicher Streit und die Vorgänge decken sich prinzipiell, wenn es auch andere Probleme sind. Schade.

Was in Ihren Wünschen und Forderungen steht, ehrt Sie und es ist auch richtig. Ich will alles gern unterstützen, doch ich denke gern an die Zeit im VBKD zurück.
Partei und Regierung nahm uns die Führung, Finanzierung und Organisation des Künstlerverbandes komplett ab. Die »kleinen, unwichtigen« Mitglieder diskutierten sehr wenig politisch, ansonsten nur fachlich in der damaligen Zeit. Es gab eine sehr große Kollegialität unter ALLEN Mitgliedern (egal ob Maler, Gebrauchsgrafiker, Plastiker, Bühnenbildner, Buchgestalter oder Cartoonisten - alle waren gleich)

Das alles wünsche ich der AGD, eine straffe, unkomplizierte Führung und ein großes Herz unter den Kollegen.